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Logistik & ZustellungFührerschein B

Paketzusteller

Paketzusteller gehören zu den am häufigsten besetzten Stellen über die Westbalkanregelung. Eine Berufsausbildung ist dafür in der Regel nicht nötig — ein Führerschein Klasse B schon.

Typische Aufgaben

  1. 01Pakete auf einer festen Tour im Stadtgebiet oder im Umland zustellen
  2. 02Fahrzeug morgens im Depot beladen und die Reihenfolge der Tour planen
  3. 03Sendungen mit dem Handscanner erfassen, Empfänger quittieren lassen
  4. 04Nicht zustellbare Pakete korrekt dokumentieren und zurückbringen

Voraussetzungen

  • Führerschein Klasse B, in der Praxis mit etwas Fahrpraxis
  • Körperliche Belastbarkeit — Pakete bis rund 31,5 kg
  • Grundkenntnisse Deutsch reichen häufig aus, mehr ist von Vorteil

Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland beträgt 13,90 € brutto je Stunde (2026). In vielen Branchen gelten höhere Tarif- oder Branchenmindestlöhne.

Wie der Arbeitstag aussieht

Der Tag beginnt im Depot, meist zwischen sechs und sieben. Die Tour für den Tag liegt sortiert bereit; das Beladen des Fahrzeugs ist Handarbeit und dauert je nach Sendungsmenge eine Dreiviertelstunde. Wer clever lädt — die letzten Stopps zuerst nach vorn — spart später auf der Tour eine halbe Stunde.

Auf der Tour sind zwischen 100 und 180 Stopps normal, in dicht bebauten Stadtvierteln mehr, auf dem Land weniger bei längeren Fahrwegen. Jede Sendung wird gescannt, jeder Empfänger quittiert. Nicht angetroffene Empfänger kosten Zeit: Nachbar fragen, Benachrichtigung schreiben, Paket dokumentiert zurück ins Depot. Der Feierabend hängt davon ab, wie viele Stopps beim ersten Versuch klappen.

Was den Lohn bestimmt

In der Paketzustellung gibt es keinen allgemeinverbindlichen Branchenmindestlohn. Die Untergrenze ist damit der 13,90 € brutto je Stunde (gesetzlicher Mindestlohn seit 1. Januar 2026). In der Praxis liegen die Angebote darüber, weil die Betriebe um Fahrer konkurrieren.

  • Aufschläge gibt es meist für Samstagstouren und für die Vorweihnachtszeit
  • Manche Betriebe zahlen eine Stopp- oder Sendungsprämie zusätzlich zum Stundenlohn
  • Fahrzeug, Scanner und Arbeitskleidung stellt der Betrieb — das gehört nicht zum Lohn, spart aber Auslagen
  • Was unsere Auftraggeber konkret zahlen, steht in der jeweiligen Anzeige
Offene Stellen in diesem Beruf

Der Weg hinein

Eine Berufsausbildung ist nicht nötig. Entscheidend ist der Führerschein — und bei Bewerbern aus dem Westbalkan die Frage, ob er in Deutschland umgeschrieben werden kann.

  • Führerschein Klasse B genügt; Fahrzeuge bis 3,5 t fallen nicht unter die Lenk- und Ruhezeiten
  • Albanische Führerscheine, ausgestellt ab dem 24. Januar 2017, werden ohne theoretische oder praktische Prüfung umgeschrieben (Anlage 11 FeV)
  • Kosovarische Führerscheine, ausgestellt ab dem 1. März 2018, ebenso — beide Länder stehen seit dem 1. Juni 2022 in Anlage 11
  • Ältere Führerscheine sind umschreibbar, verlangen aber eine Prüfung; das lohnt sich früh anzugehen
  • Deutsch auf einfachem Niveau reicht meist; an der Haustür wird gesprochen, nicht verhandelt

Häufige Fragen

Wie schwer dürfen die Pakete sein?

In Deutschland liegt die übliche Obergrenze für Einzelsendungen bei 31,5 kg. Schwerere Sendungen werden zu zweit zugestellt oder laufen über den Speditionsversand. Die Grenze ist keine gesetzliche Vorgabe, sondern eine Vereinbarung der Zustelldienste — sie wird in der Praxis eingehalten.

Brauche ich Ortskenntnis?

Nein. Die Navigation läuft über das Handgerät, die Tour ist vorsortiert. Ortskenntnis macht schneller, ist aber keine Einstellungsvoraussetzung — die meisten Fahrer kennen ihr Gebiet nach zwei Wochen.

Kann ich mit meinem kosovarischen oder albanischen Führerschein anfangen?

Ja. In den ersten sechs Monaten nach der Einreise darf mit der ausländischen Fahrerlaubnis gefahren werden. Für die Umschreibung danach stehen beide Länder seit dem 1. Juni 2022 in Anlage 11 FeV: albanische Führerscheine ab Ausstellungsdatum 24. Januar 2017 und kosovarische ab 1. März 2018 werden ohne Prüfung umgeschrieben. Bei älteren Dokumenten kommt eine Prüfung dazu.

Ist die Arbeit körperlich schwer?

Ja, aber anders als am Bau. Belastend sind nicht einzelne schwere Stücke, sondern die Wiederholung: bis zu 180 Mal am Tag ein- und aussteigen, tragen, Treppen. Wer das erste halbe Jahr durchhält, kommt damit in der Regel gut zurecht.

Bereit für den nächsten Schritt?

Bewerbung oder Personalanfrage — beides dauert wenige Minuten. Wir melden uns, sobald wir etwas Passendes haben.