Auslieferungsfahrer
Auslieferung mit Transporter oder 7,5-Tonner — der Mittelweg zwischen Paketzustellung und LKW. Häufig ohne Schlüsselzahl 95, wenn das Fahrzeug unter 3,5 t bleibt.
Typische Aufgaben
- 01Waren an Filialen, Baustellen oder Privatkunden ausliefern
- 02Be- und Entladen, oft mit Hubwagen oder Ladebordwand
- 03Lieferscheine übergeben und Empfang bestätigen lassen
- 04Retouren aufnehmen und ins Depot zurückbringen
Voraussetzungen
- Führerschein Klasse B, für 7,5-Tonner zusätzlich C1
- Körperliche Belastbarkeit beim Entladen
- Freundliches Auftreten beim Kunden
Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland beträgt 13,90 € brutto je Stunde (2026). In vielen Branchen gelten höhere Tarif- oder Branchenmindestlöhne.
Wie der Arbeitstag aussieht
Auslieferung liegt zwischen Paketzustellung und Berufskraftfahrer: feste Kundschaft, feste Route, Fahrzeuge meist zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen. Beliefert werden Bäckereien, Restaurants, Baustellen, Werkstätten — Adressen, die man nach zwei Wochen kennt und wo man beim Namen begrüsst wird.
Der Unterschied zur Paketzustellung liegt in der Ware: Getränkekisten, Backwaren, Baustoffe, Ersatzteile. Das bedeutet Ladungssicherung, und die ist kein Formalismus — eine Palette, die im Kofferaufbau verrutscht, kann das Fahrzeug aus der Spur bringen. Wer richtig zurrt, braucht dafür fünf Minuten und hat sie beim ersten Bremsmanöver wieder drin.
Was den Lohn bestimmt
Untergrenze ist der 13,90 € brutto je Stunde (gesetzlicher Mindestlohn seit 1. Januar 2026). Weil die Fahrzeuge oft über 3,5 t liegen und damit mehr Qualifikation verlangen, liegen die Angebote in der Regel darüber.
- Früher Beginn ist die Regel — Backwaren und Getränke werden vor Ladenöffnung geliefert; entsprechende Zuschläge sind üblich
- Wer C1 oder C hat, wird höher eingruppiert als reine B-Fahrer
- Manche Betriebe zahlen Kilometer- oder Tourenprämien
- Die konkreten Sätze stehen in der jeweiligen Anzeige
Der Weg hinein
Der Führerschein entscheidet über die Bandbreite der Stellen. Mit Klasse B bleibt man unter 3,5 t; C1 öffnet den Bereich bis 7,5 t und damit die meisten Auslieferungsstellen.
- Klasse B für Fahrzeuge bis 3,5 t, C1 bis 7,5 t, darüber C
- Ab 3,5 t greifen Lenk- und Ruhezeiten und damit Fahrerkarte und Kontrollgerät
- Bei gewerblicher Fahrt über 3,5 t ist zusätzlich die Schlüsselzahl 95 erforderlich
- Albanische und kosovarische Führerscheine der in Anlage 11 FeV genannten Klassen werden ohne theoretische und praktische Prüfung umgeschrieben; nur für albanische Führerscheine der Klasse AM ist eine praktische Prüfung vorgesehen
- Bei albanischen Führerscheinen vor dem 24. Januar 2017 und kosovarischen vor dem 1. März 2018 holt die Behörde über das Kraftfahrt-Bundesamt eine Auskunft über Besitz und Gültigkeit ein
- Für die Klassen C1, C1E, C und CE entfallen bei der Umschreibung ärztliche Untersuchung und Sehtest, es sei denn, sie sind in entsprechender Anwendung der §§ 23 und 24 FeV erforderlich (§ 31 Abs. 1 Nr. 1 FeV); die deutsche Fahrerlaubnis dieser Klassen wird längstens für fünf Jahre erteilt (§ 23 Abs. 1 FeV)
- Deutsch A2: Lieferscheine, Reklamationen und ein kurzes Wort mit der Kundschaft gehören dazu
Häufige Fragen
Was macht ein Auslieferungsfahrer?
Ein Auslieferungsfahrer bringt Ware von einem Lager oder Betrieb zu einem festen Kundenkreis — Bäckereien, Gastronomie, Werkstätten, Baustellen, Filialen — und fährt dafür meist eine wiederkehrende Route. Zur Tour gehören das Beladen und Sichern der Ladung, die Übergabe mit Lieferschein oder Quittung, häufig die Mitnahme von Leergut und Retouren sowie die Abrechnung am Ende des Tages. Der Unterschied zur Paketzustellung liegt in der Kundschaft und in der Ware: wenige, wiederkehrende Adressen mit größeren Mengen statt vieler Einzelempfänger. Gefahren werden überwiegend Fahrzeuge zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen.
Reicht der Führerschein Klasse B?
Für einen Teil der Stellen ja — überall dort, wo das Fahrzeug unter 3,5 t bleibt. Die meisten Auslieferungstouren laufen jedoch auf 7,5-Tonnern, und dafür braucht es C1 plus Schlüsselzahl 95. Wer C1 mitbringt, hat deutlich mehr Auswahl.
Was ist Ladungssicherung und wer haftet?
Ladung muss so gesichert sein, dass sie auch bei einer Vollbremsung nicht verrutscht — Zurrgurte, Antirutschmatten, formschlüssiges Laden. Verantwortlich sind Fahrer, Verlader und Halter gemeinsam. Ein Betrieb, der ordentliches Material stellt und dafür Zeit einplant, ist ein gutes Zeichen.
Wann fängt der Tag an?
In der Lebensmittelauslieferung oft zwischen drei und fünf Uhr morgens, weil vor Ladenöffnung geliefert wird. Dafür ist um die Mittagszeit Feierabend. Wer mit frühem Aufstehen zurechtkommt, hat den halben Tag frei — wer nicht, sollte diese Sparte meiden.
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