Servicekraft
Im Service zählt Sprache stärker als in Küche oder Lager. Dafür sind Trinkgeld und feste Teams ein guter Grund, hier einzusteigen.
Typische Aufgaben
- 01Gäste empfangen, beraten und Bestellungen aufnehmen
- 02Speisen und Getränke servieren, Tische eindecken und abräumen
- 03Kassieren und Abrechnung führen
- 04Sauberkeit im Gastraum sicherstellen
Voraussetzungen
- Deutschkenntnisse mindestens auf einfachem Gesprächsniveau
- Freundliches, sicheres Auftreten
- Erfahrung im Service ist von Vorteil
Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland beträgt 13,90 € brutto je Stunde (2026). In vielen Branchen gelten höhere Tarif- oder Branchenmindestlöhne.
Wie der Arbeitstag aussieht
Service ist der Beruf mit dem höchsten Sprachanteil in unserem Angebot. Gäste begrüssen und platzieren, Karte erklären, Bestellungen aufnehmen, servieren, abräumen, kassieren. Dazwischen die Fragen, die niemand plant: Was ist da drin? Ist das glutenfrei? Können wir umsetzen?
Der Abend hat eine Kurve. Zwischen achtzehn und einundzwanzig Uhr laufen alle Tische gleichzeitig, und wer dann den Überblick behält — welcher Tisch wartet worauf, wer hat noch nichts zu trinken —, ist eine gute Servicekraft. Das lässt sich lernen, aber nicht in einer Woche.
Was den Lohn bestimmt
Untergrenze ist der 13,90 € brutto je Stunde (gesetzlicher Mindestlohn seit 1. Januar 2026). Im Service kommt ein Bestandteil dazu, den es sonst nirgends gibt: Trinkgeld — und das ist in Deutschland für Arbeitnehmer steuerfrei (§ 3 Nr. 51 EStG), unabhängig von der Höhe.
- Trinkgeld an Arbeitnehmer ist steuerfrei; ob einzeln behalten oder im Tronc geteilt wird, regelt der Betrieb
- Sonn- und Feiertagszuschläge nach § 3b EStG fallen im Service regelmässig an
- Hotels und gehobene Gastronomie zahlen besser, verlangen aber mehr Sprache und Auftreten
- Was unsere Auftraggeber zahlen, steht in der jeweiligen Anzeige
Der Weg hinein
Keine Ausbildung nötig — aber von allen unseren Berufen der mit der höchsten Sprachanforderung. Wer B1 mitbringt, bekommt sofort Stellen; mit A2 geht es nur im einfachen Service.
- Deutsch B1 ist die realistische Anforderung; darunter kommen vor allem Runner- und Abräumtätigkeiten in Frage
- Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz vor Arbeitsbeginn
- Kassieren mit Kartenzahlung und Kassensystem wird im Betrieb geschult
- Keine Anerkennung eines Abschlusses erforderlich
Häufige Fragen
Was macht eine Servicekraft?
Eine Servicekraft betreut die Gäste eines Restaurants, Cafés oder Hotels vom Empfang bis zur Abrechnung: eindecken, begrüßen und platzieren, Speisen und Getränke empfehlen und aufnehmen, servieren, abräumen, kassieren. Dazu kommt die Arbeit, die der Gast nicht sieht — Station vorbereiten, Gläser polieren, Bestellungen an Küche und Theke weitergeben, nach dem Dienst abrechnen. Auskunft über Zutaten und Allergene gehört ausdrücklich zur Aufgabe und ist der Grund, warum an Sprachkenntnisse im Service höhere Anforderungen gestellt werden als in den meisten Helferberufen.
Servicekraft, Kellner, Serviertochter — welche Berufsbezeichnung ist richtig?
Alle drei meinen dieselbe Tätigkeit, aber nur eine ist ein Ausbildungsberuf. Servicekraft ist der neutrale Oberbegriff, den deutsche Stellenanzeigen überwiegend verwenden; er schließt an- und ungelernte Kräfte ein. Kellner beziehungsweise Kellnerin ist die umgangssprachliche Form derselben Tätigkeit. Serviertochter ist die in der Schweiz gebräuchliche Bezeichnung und in Deutschland kaum in Gebrauch. Der geschützte Ausbildungsberuf heißt seit 2022 Fachkraft für Gastronomie mit dem Schwerpunkt Restaurantservice; die dreijährige Ausbildung dazu ist Restaurantfachfrau beziehungsweise Restaurantfachmann. Für eine Anstellung im Service ist keiner dieser Abschlüsse vorgeschrieben.
Ist Trinkgeld wirklich steuerfrei?
Ja. Trinkgelder, die Gäste freiwillig an Arbeitnehmer geben, sind nach § 3 Nr. 51 EStG in voller Höhe steuerfrei. Anders liegt es bei einer verpflichtenden Servicepauschale, die der Betrieb erhebt — die ist Arbeitslohn. Wie im Betrieb geteilt wird, sollte vor der Zusage klar sein.
Reicht mein Deutsch für den Service?
Ehrliche Antwort: mit A2 wird es schwer. Gäste fragen nach Zutaten, Allergenen und Zubereitung, und Missverständnisse sind hier nicht nur peinlich, sondern bei Allergien gefährlich. Mit B1 ist man gut dabei. Wer darunter liegt, startet besser als Runner und wechselt nach ein paar Monaten.
Wie sind die Arbeitszeiten?
Abends und am Wochenende — dann, wenn andere frei haben. Dafür ist unter der Woche tagsüber oft frei. Wer Familie hat, sollte das durchrechnen. Betriebsgastronomie und Hotelfrühstück sind die Ausnahmen mit Tagesdienst.
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Bereit für den nächsten Schritt?
Bewerbung oder Personalanfrage — beides dauert wenige Minuten. Wir melden uns, sobald wir etwas Passendes haben.
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